Spielen - Spass - Algorithmen 741841
- monade-btc
- 22. Juni 2022
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Juni 2022
Wenn zwei Personen ein beliebiges Spiel spielen, steht der Spass im Vordergrund. Zusammen etwas unternehmen, Zeit verbringen, Freude haben.

Das Spiel erzeugt Gewinner und Verlierer, und wo anfangs der Spass im Vordergrund stand liegt nun der Fokus auf einmal wo anders. Die Person die unterlegen war reisst sich in der nächsten Runde umso mehr zusammen um dem Gegenüber das Leben schwieriger zu gestalten. Die Verbindung zum Spass besteht noch, doch mit einer immer klareren Spannung in der Luft. Der Abend geht zur Neige und eine Person resultiert üblicherweise Triumphierend, knapp oder klar, spielt dabei keine Rolle, unweigerlich wurde etwas ins Rollen gebracht.
Die Verbindung zum Spass besteht noch, doch mit einer immer klareren Spannung in der Luft.
Beim nächsten Treffen hat die unterlegene Person bereits gewisse Übungen gemacht die sich positiv auf den Spielverlauf auswirken und das Blatt kann diesmal gewendet werden. Überrascht über das plötzliche, erniedrigende Resultat, fühlt sich die ehemals triumphierende Person unfair behandelt. Auch sie vertieft die Auseinandersetzung mit der Materie.
Skalieren wir das ganze hoch, landen wir bei einem Final eines beliebigen Spieles. Es ist kein Hauch Spass in der Luft. Die Spannung ist bis in die Zuschauerränge spürbar.
Die Gesichter sind ernst, grimmig, konzentriert und Laute von Jubel bis Aufschrei sind hörbar.
Die Gesichter sind ernst, grimmig, konzentriert und Laute von Jubel bis Aufschrei sind hörbar.
Die Perfektion einer beliebigen Tätigkeit ist algorithmischer Natur. Die ständige Wiederholung von Abläufen führt zur unbewussten Einvernehmung dieser und reduziert die Menschliche Leistung auf eine rein mechanische Funktion die einen Hauch von Kreativität beinhaltet.

In der Zukunft ist es somit ohne Frage, dass Maschinen uns in jeglicher Tätigkeit übertreffen werden. Im 2017 wurde dies auf eindrückliche Art und Weise präsentiert wobei AlphaGo ein Programm entwickelt von Deepmind, einer Tochterfirma von Google, Lee Sedol, den besten Go Spieler der Welt , im komplexesten Spiel das die Menschheit kennt, gegen alle Erwartungen, chancenlos besiegt hat. Eine spannende Dokumentation dazu ist hier auffindbar.

Im alten China, Japan und Korea galt Go als eine der vier edlen Fähigkeiten, eines gebildeten zusammen mit Musik, Poesie und Malen.
Aus dieser Dokumentation wird klar, dass nicht nur rationale Tätigkeiten sondern auch kreative von künstlicher Intelligenz übernommen werden können.
Ich dachte AlphaGo basiert auf Wahrscheinlichkeits-rechnung, und das es eine einfache Machine ist. Aber als ich diesen Zug sah, änderte sich meine Meinung. AlphaGo ist ohne Zweifel kreativ. Dieser Zug war kreativ und schön. -- Lee Sedol
Dies kann als Fluch betrachtet werden, oder auch als Segen. Nehmen wir es als gegeben, dass egal wie sehr wir auch an unseren Algorithmen schleifen, die künstliche Intelligenz uns immer übertreffen wird, so hinterlässt das eine Form von Ruhe. Wir retournieren zum Anfang der Dinge, wo es schlichtweg Spass machen sollte ein Spiel zu spielen. Unweigerlich wird es wieder Gewinner und Verlierer geben, jedoch beginnt kein Rennen um die Spitze mehr, da diese besetzt ist. Und auch das führt zu einer inneren Erfüllung. Wir könnten einwerfen, dass ein Wettbewerb rein für Menschen immer noch möglich ist, ignorieren aber damit die Tatsache, dass der Körper per Se, wie schon erwähnt, algorithmischer Natur und somit mechanisch ist. Das ist nicht der richtige Weg, sondern die Bescheidenheit walten zu lassen.
Wir beachten auch, dass ein Duell auf höchstem Niveau, trotz der Ernsthaftigkeit unbeschreibliche Höhengefühle auslösen kann, jedoch ist kein Topathlet wirklich gesund oder ausgeglichen, die Primetime liegt üblicherweise bei 30 Jahren und mit dem falschen Umfeld kann danach durchaus der Abgrund folgen. Es gibt Beispiele wobei Spieler nach einer Niederlage, aufgrund der Intensität des Spiels, gestorben sind. (Blood-Coughing)
Kehren wir zurück zur Ausgeglichenheit, so betätigen wir uns physisch zur Erhaltung der Gesundheit, spielen zum Spass und überlassen algorithmische Höchstleistungen einer Maschine.
Überlegen wir in diesem Zusammenhang, so bleibt nur ein Sinn des Lebens für die Menschen, Spass zu haben.
Traditionelles Taekwon-Do verliert dabei keineswegs den Stellenwert, da die regelmässige rhythmische Bewegung des Körpers für die Gesundheit fundamental und Spass ohne Gesundheit kaum möglich ist. Wir finden auch heute schon die Einstellung darin widergespiegelt, dass wir uns nicht vergleichen sondern an uns selber Arbeiten. Konkurrenzkämpfe und übermässiger Ehrgeiz sind fehl am Platz und kein Zeichen für Ausgeglichenheit. Traditionelles Taekwon-Do profitiert somit heute schon von der Einstellung, dass es immer einen besseren geben wird, ob nun Mensch oder Maschine, aber die Arbeit an uns selber wird uns stets zum besten unseres Selbst machen.
-- Monade





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